weibliche Sorten

actinidia DominoNeue polnische Züchtung mit starkem Wuchs.

Die Früchte sind groß (10-14g), rundlich und reifen im Oktober. Fruchthaut grün mit leichtem braun-rotem Anflug. Sehr süßes, grünes Fruchtfleisch, mit Honigaroma. Ausgezeichnet im Geschmack. Bei entsprechender Lagerung (im Kühlhaus) lassen sich Früchte von Domino außergewöhnlich lange aufbewahren - bis 1,5 Monate.

Mittelstark fruchtende Sorte, sowohl für den Erwerbsanbau als auch für Hausgärten geeignet.

actinidia Frenchmans BayAmerikanische Sorte.

Früchte innen und außen hellgrün, mittelgroß, intensiv süß-sauer und sehr schmackhaft.

actinidia TwistNeue polnische Hybridsorte (A. arguta × A. purpurea).

Längliche Früchte von außergewöhnlich attraktiver, leuchtend roter Haut- und Fleischfärbung. Sehr schmackhaft, mit leichter Gewürznote und früher Reifezeit.

Da die Früchte begrenzt lagerfähig sind ist es eine weniger für den professionellen Anbau, dafür umso mehr für den Privatgarten geeignete Sorte.

actinidia WEIKIDeutsche Sorte an der TU in München gezüchtet.

Die Pflanze wächst sehr stark und zeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit gegenüber Trockenheit aus. Die Früchte sind zylindrisch, leicht seitlich abgeflacht, bis 3,5cm lang und mit einem Gewicht von 7-12g. Die dunkelgrüne Haut ist sonnenseitig stark gerötet. Sehr fruchtbare Sorte, die Mitte Oktober reift.

actinidia GENEVAAus der Zuchtstation in Geneva (US Staat New York) stammende Sorte.

Sie ist etwas empfindlicher als die vorhergehenden - auf Wassermangel reagiert sie mit welkenden Blatträndern. Sehr fruchtbare Sorte mit mehr rundlichen Früchten und nur leichtem rötlichen Anflug auf grüner Haut. Sie reifen zeitig - Mitte September. Durchschnittliches Fruchtgewicht 7-12g.

 

männliche Sorten

actinidia JokerNeue polnische Selektion.

Männliche Befruchtersorte (trägt keine Früchte!) für alle weiblichen Mini-Kiwis, die von A.arguta oder purpurea abstammen.

Blüht etwas früher als Weiki männlich und ist auch mehr kältehart.

actinidia JokerMännliche Befruchtersorte (trägt keine Früchte!) für alle weiblichen Mini-Kiwis, die von A.arguta oder purpurea abstammen.

Blüht etwas später als Joker.

actinidiaDer korrekte deutsche Name für die umgangssprachlich Kiwis genannten Pflanzen lautet Strahlengriffel.

Die meisten von uns kennen als Kiwi nur die in Geschäften angebotenen, braun behaarten Früchte. Sie kommen von der subtropischen Art A.deliciosa, die unter mitteleuropäischen Bedingungen zu wenig winterhart für einen längeren Anbau ist. Dabei gibt es weltweit mehr als 60 Strahlengriffelarten, die über verschiedene Klimazonen verstreut sind und es werden laufend weitere Arten dazu entdeckt. Allen ihnen ist gemein, dass sie Schlingpflanzen sind, die in asiatischen Wäldern heimisch sind.

Seit etlichen Jahren werden in Europa winterharte Fruchtsorten verkauft, die hauptsächlich von zwei Arten stammen: A.arguta und A.kolomikta, den sogenannten Mini-Kiwis. Bislang stand jedoch einer weiteren Verbreitung die etwas unansehnliche Erscheinung ihrer Früchte im Wege - sogar vollreif haben sie eine grüne, ev. leicht bräunliche Hautfarbe. Erst in letzter Zeit wurden neben der Selektion von farbigen Auslesen auch Kreuzungsversuche mit anderen Arten unternommen, die gelbe oder rote Früchte besitzen. Unter den Vorreitern dieser Welle befindet sich Dr. Piotr Latocha aus dem Warschauer Agrarinstitut SGGW. Ihr Ergebnis ist die Züchtung einiger vielversprechender Typen. Die besten unter ihnen bringt die Baumschule Carya als erste auf den Markt. Ihre Früchte wurden auf ihre chemische Zusammensetzung hin untersucht und besitzen außer ausgezeichneten Geschmackseigenschaften auch ein ansprechendes Äußeres.

Strahlengriffel sind langlebige Pflanzen, die locker 100 Jahre überschreiten und deshalb haben sie auch eine etwas längere juvenile Phase. Die ersten Früchte kann man im 3-4 Standjahr erwarten. In den darauffolgenden Jahren wird der Ertrag stetig ansteigen. Abhängig von Sorte und Wachstumsbedingungen kann man von einer erwachsenen Pflanze bis zu einigen Dutzend Kilogramm Früchte ernten.
Es sind ideale Pflanzen für ökologischen Anbau, da bei richtiger Pflege fast keine Schädlinge und Krankheiten auftreten. Die Winterhärte erwachsener Pflanzen ist in den meisten Fällen völlig ausreichend, problematisch können jedoch Spätfröste werden, die den jungen Austrieb versengen. Junge Pflanzen sollten dennoch im ersten Winter geschützt werden.
Zum Anbau sollte ein sonniger Standort ausgewählt werden. Empfohlen werden auch vor starken Winden geschützte Stellen, da sie die zarte Fruchthaut beschädigen. Der Boden sollte ziemlich nährstoffreich und leicht sauer (5,5-6,5pH) sein. Strahlengriffel sind Flachwurzler und mögen keine übermäßige Bodenerwärmung. Deshalb ist es vorteilhaft den Boden unter den Pflanzen zu mulchen oder mit hellem Vlies zu bedecken (was auch das Unkrautproblem löst). Während der Wachstumsphase ist ihr Wasserbedarf hoch, aber es sollten feuchte Standorte vermieden werden, da es an ihnen leicht zur Wurzelfäulnis kommt. Die Mehrzahl der Arten ist zweihäusig, d.h. es gibt weibliche Pflanzen, die zur Bildung von Früchten einen Befruchter brauchen (männliche Pflanze). Im allgemeinen wird 1 männlicher Befruchter für 6-8 weibliche Pflanzen empfohlen. Der Mindestabstand zwischen einzelnen Pflanzen sollte 2,5m nicht unterschreiten. Männliche Individuen wachsen in der Regel stärker und können die weiblichen überwachsen, weshalb man sie in etwas größerer Entfernung pflanzen oder stärker schneiden sollte. actinidia kolomikta pokroj
Kiwis eignen sich zur Begrünung von Pergolen und Hauswänden, wenn es jedoch auf Menge und Qualität der Früchte ankommt, so sind ung. 2m hohe T-Spaliere mit dazwischen gespannten Drähten oder auch ein einfaches Spalier mit 3-4 Drähten die beste Lösung. In diesem Fall werden auch jährliche Schnittmaßnahmen fällig - anfangs formende, in späteren Jahren aufs Fruchten ausgelegte.
Die Früchte der meisten Sorten erreichen ihre Genussreife im Herbst. Der Reifeprozess verläuft ungleichmäßig und erfolgt interessanterweise schneller bei im Schatten hängenden Früchten. Sie werden dabei weich und lassen sich leicht vom Stiel lösen. Die Ernte sollte von Hand erfolgen. Man kann auch nicht völlig ausgereifte Früchte ernten (der beste Zeitpunkt ist, wenn ung. 10% der Früchte am Strauch weich sind) und sie anschließend in Zimmertemperatur nachreifen lassen.

Ziemlich bekannt sind die gesundheitsfördernden Eigenschaften der in Geschäften verkauften Kiwis. Früchte von A.arguta und A.kolomikta Sorten übertreffen jene aber noch in dieser Hinsicht und enthalten mehr Kalium, Phosphor, Calcium und Zink sowie Vitamin C (A. arguta bis 400mg/100g frischer Masse - zum Vergleich: Zitronen enthalten davon bis 70mg). Außerdem sind sie reich an Ballaststoffen, Pektine und Antioxidanten. Sie enthalten auch das Enzym Aktinidin, das den Verdauungsprozess reguliert (größere Mengen frisch verzehrter Früchte können jedoch abführend wirken). Im ganzen Fernen Osten werden Strahlengriffel als Heilpflanzen angesehen. Der Verzehr von Früchten wird bei Erkältung und Grippe empfohlen, besonders Kindern, stillenden Müttern und älteren Personen.
Zusätzlicher Vorteil der Mini-Kiwis gegenüber gewöhnlichen Kiwis ist die Tatsache, dass man sie mitsamt ihrer Fruchthaut verspeisen kann.

 

Pflanzanleitung:

- in das ausgehobene Loch einen etwa 2m langen Stab eintreiben (er sollte bis zu den Drähten reichen)
- gleich tief einpflanzen wie im Topf und an den Stab anbinden
- den stärksten Trieb auswählen und ihn laufend vom Stab abdrehen (dies wird der zukünftige Stamm der Pflanze, die gesünder wachsen wird, wenn er gerade ist). Die ersten Verzweigungen erst in Höhe der Drähte wachsen lassen.